Ich schreibe ein Buch?

Ich glaube, ich bin ein bisschen wahnsinnig.

Vor fast zehn Monaten habe ich angefangen zu schreiben. Also so richtig zuschreiben.
Geschrieben habe ich ja immer schon, meistens waren das so Klecker-Artikel.
Früher war ich mal so was wie ein rasender Reporter in der kleinen Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Aufregend war das nicht, meistens nur ein wenig nervig.
In dieser kleinen Stadt wurden und werden noch gerne Schützenfeste gefeiert. Und ob ihr es glaubt oder nicht, in diesem Kaff gibt es 13 – DREIZEHN – Schützenvereine, alle mit eigenen Umzügen und Festen und dem Vogelschießen, also schießen auf so einen Gipsadler und wer ihn runter holt ist Schützenkönig.
Diese 13 Vereine nehmen sich unterschiedlich wichtig. Einer, der sich als besonders wichtig empfand, wollte mich gar nicht reinlassen. Klar das verstehe ich schon. Die Dorfjugend hat auch nichts besseres zu tun, als sich am Sonnabend ganz umsonst auf so ein Schützenfest zu schleichen. Eigentlich möchte da keiner tot überm Zaun hängen.
Wie gut, dass es im Team den noch rasenderen Fotografen gab, von der Chefredakteurin liebevoll „Uli-Mäuschen“ genannt. Er bürgte und ich konnte zum Vorstand vordringen.
Wir haben uns dann ein wenig gerächt. Anstatt ihre 100 Zeilen, bekamen sie nur die Hälfte.

Aber ich schweife ab. Das passiert mir ständig. Auch in meiner Geschichte. Ich weiß nicht, wenn ich anfange zu schreiben, wo das hinführen wird. So überrasche ich mich jeden Tag selber.
Bisher fluppt das Schreiben ganz gut.
Ein paar Freundinen durften schon Probelesen. Bin schon stolz, dass ich das bisher durchhalte.

Ich habe mal gehört, dass manche Autoren ganze Wände mit Daten über ihre Figuren füllen. Wer wie mit wem in Beziehung steht und so weiter. Damit sie nichts vergessen. Ich hätte gar nicht den Platz dafür. Und wenn ich es wage, was auf dem Schreibttisch auszubreiten, dann kommt garantiert eine der beiden Katzen an und muss auf dem Papierfetzen ein Nickerchen machen. Ob der Papierfetzen dann dieses Nickerchen überlebt, ist mehr als fraglich.
Also versuche ich mir mit Hilfe von Ginseng und Disziplin alles zu merken. Wenn der Held am Ende noch Toby heißt, habe ich gewonnen.
Oooops, jetzt habe ich ja schon was verraten.
Sorry, sollte wohl hier hinschreiben: spoileralarm 😀 aber meine Geschichte ist ja keine moderne Soap-Vorabendserie, wo alles gebannt am Flimmerkasten hängt.
Da bin ich mal ganz enstpannt.
Also mein Buch geht über Toby und Emma. Süß die beiden, aber auch ganz schön anstrengend!.

Liebe Grüße von